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| | Spies Hermine | | mezzosoprano | 
| Sie war die Tochter des Direktors des Löhneberger Hüttenwerks. Sie erhielt ihre Ausbildung durch Frau Fichtenberg am Konservatorium von Wiesbaden, dann bei Ferdinand Sieber in Berlin und bei Julius Stockhausen in Frankfurt a.M. Noch während ihres Studiums debütierte sie 1880 in einem Konzert beim Musikfest von Mannheim. 1882 fand ihr eigentliches Konzertdebüt in Wiesbaden statt. 1883 trat sie bei Konzerten in Berlin und Leipzig auf und leitete damit eine glanzvolle Karriere auf dem Gebiet des Konzert- und Oratoriengesangs ein. Sie sang in den deutschen Musikzentren, in Österreich, in Ungarn, in Holland, Dänemark und Rußland, -- überall mit dem gleichen Erfolg. 1889 trug sie in einem Konzert in der Londoner St. James's Hall unter Hans Richter die Arie des Orpheus "Che farò" aus Glucks "Orpheus" sowie Lieder von Schubert, Robert Schumann und Johannes Brahms vor. Mit dem Musikwerk von Johannes Brahms war sie in besonderer Weise verbunden. Sie war eine der bedeutendsten Interpretinnen seiner Lieder; ihre Gestaltung seiner Alt-Rhapsodie op. 53 galt als unvergleichlich. Man behauptet, Brahms habe für die große Sängerin eine tiefe Zuneigung empfunden, jedoch nicht gewagt, um ihre Hand anzuhalten. Man rühmte in ihrem Gesang den Ausdrucksreichtum des Vortrages wie die Feinheit der Phrasierung und die hohe musikalische Intelligenz. 1892 heiratete sie den Juristen Dr. A.F. Hardtmuth, starb aber bereits ein Jahr später. Ihre Schwester, Marie Spies, gab 1894 in Stuttgart eine Biographie der Künstlerin, "Gedenkbuch für Hermine Spies", heraus. |
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