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| | Persiani Fanny | | soprano |  
| Sie hieß eigentlich Fanny Tacchinardi und war Schülerin ihres Vaters, des Tenors Nicola Tacchinardi (1772-1859). Sie war bereits mit elf Jahren in Schüleraufführungen im Privattheater ihres Vaters in der Nähe von Florenz aufgetreten, bevor sie 1832 ihr professionelles Debüt am Theater von Livorno in der Oper "Francesca da Rimini" von Fournier hatte. Sie hatte sogleich einen glänzenden Erfolg und sang dann ähnlich erfolgreich in Mailand und Florenz und, nach einem nicht weniger glanzvollen Gastspiel in Wien, auch in Padua und Venedig. Donizetti war von ihrer Stimme so begeistert, daß er für sie die Partie der Lucia di Lammermoor in seiner gleichnamigen Oper schrieb, die sie in der Uraufführung dieser Oper am 26.9.1835 am Teatro San Carlo Neapel kreierte, während der große französische Tenor Gilbert Duprez als ihr Partner den Edgardo sang. Donizetti komponierte auch die Titelrollen in seinen Opern "Rosmonda d'Inghilterra" (Uraufführung 27.2.1834 Teatro della Pergola Florenz) und "Pia de' Tolomei" (Uraufführung 18.2.1837 Teatro Fenice Venedig) für sie, die sie dann ebenfalls kreierte. Als sie 1842 am Théâtre-Italien in Paris die Titelpartie in Donizettis "Linda di Chamounix" in der Premiere dieser Oper sang, schrieb er für sie die Kabaletta "O luce di quest' anima", die in der Originalpartitur der Oper nicht vorkam. In den Jahren 1837-44 stellte sie sich in regelmäßigen Gastspielen dem begeisterten Wiener Opernpublikum vor. 1838-49 war sie alljährlich in Paris wie in London anzutreffen. Am Londoner Her Majesty's Theatre sang sie 1838 mit großem Erfolg die Amina in Bellinis "La Sonnambula", 1839 die Mathilde in der englischen Premiere von Rossinis "Wilhelm Tell" und trat an diesem Haus dann bis 1846 und während der folgenden beiden Spielzeiten 1847-49 an der Covent Garden Oper London auf. Sie trug 1847 zur Einrichtung der Royal Italian Opera Company in der Covent Garden Oper bei, wobei eine Anzahl von Künstlern vom Her Majesty's Theatre an diese Bühne wechselten. Ihr Gatte, der Komponist Giuseppe Persiani (*11.11.1799 Recanati, ?14.8.1869 Paris), mit dem sie seit 1830 verheiratet war, förderte dieses Unternehmen, nicht zuletzt auch durch finanzielle Zuwendungen. Die erste Saison dieser Operngesellschaft, die künstlerisch hochstehende Aufführungen brachte, endete jedoch zunächst einmal mit einem finanziellen Desaster. Auch in der französischen Metropole Paris hatte die gefeierte Sängerin eine glanzvolle Karriere; sie gastierte im Jahre 1850 in Holland und Rußland. 1858 trat sie nochmals in Paris auf, brachte aber ihre Karriere in Italien zum Ausklang. Sie wirkte dann, zusammen mit ihrem Gatten, als gesuchte Gesanglehrerin in Paris. Dieser war ein angesehener Opernkomponist, der insgesamt elf Opern geschrieben hatte, darunter am erfolgreichsten "Ines de Castro", deren Titelrolle Maria Malibran-Garcia 1835 am Teatro San Carlo Neapel kreierte.Fanny Persianis Stimme hatte einen besonders großen Tonumfang, der vom b bis zum dreigestrichenen f reichte; sie wird als reich gebildet und klar in der Tongebung geschildert. Unerreicht war ihre souveräne Beherrschung der Technik, die ihr die mühelose Bewältigung schwierigster Koloraturpassagen erlaubte. Auf der Bühne wirkte sie mehr durch ihre graziöse, zarte Erscheinung als durch die Dramatik ihrer Darstellungskunst. |
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