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| | Lassalle Jean | | baritono | 
| Er war der Sohn eines Seidenhändlers und sollte in dessen Unternehmen eintreten. Er verließ jedoch Lyon, ging nach Paris und wollte Maler werden. Man entdeckte hier seine Stimme, die am Conservatoire National und durch den Pädagogen Novelli in Paris ausgebildet wurde. Er debütierte 1886 am Opernhaus von Lüttich als St. Bris in den "Hugenotten" von Meyerbeer. Nachdem er an den Opernhäusern von Lille, Toulouse, Den Haag und Brüssel aufgetreten war, kam er 1872 an die Grand Opéra Paris, an der er als Antrittsrolle den Wilhelm Tell in der gleichnamigen Oper von Rossini sang. Lange Jahre hindurch gehörte er zu den prominentesten Mitgliedern dieses traditionsreichen Hauses. Sehr beliebt war er an der Londoner Covent Garden Oper, an der er immer wieder als Gast auftrat. Bei seinen Gastspielen an der Covent Garden Oper (1879-81, 1888-93) sang er auch Wagner-Partien wie den Fliegenden Holländer, den Telramund und den Hans Sachs. 1881 wirkte er hier in der englischen Erstaufführung der Oper "Der Dämon" von Rubinstein mit, 1892 in der Uraufführung der Oper "The Light of Asia" von Isidore De Lara, 1893 in der von "Amy Robsart" vom gleichen Komponisten. Im Ablauf seiner Karriere trat er in einer Anzahl von Uraufführungen auf, so an der Grand Opéra Paris in "Le Roi de Lahore" von Massenet (27.4.1877), in "Polyeucte" von Gounod (7.10.1878), in "Le Tribut de Zamora" vom gleichen Komponisten (1.4.1881), in "Françoise de Rimini" von A.Thomas (14.4.1882), in "Ascanio" (21.3.1890) und in "Henri VIII." (5.3.1883) von Saint-Saëns, am Théâtre de la Monnaie Brüssel in "Sigurd" von Reyer (15.7.1884). 1890 sang er an der Pariser Opéra-Comique in einer Gala-Vorstellung von "Carmen", deren Ertrag für ein Bizet-Denkmal bestimmt war, den Escamillo zusammen mit Célestine Galli-Marié, der Carmen der Uraufführung, mit Jean de Reszke und Nellie Melba. 1892 wirkte er an der Grand Opéra in der dortigen Premiere von "Samson et Dalila" von Saint-Saëns mit. 1892-98 (mit Unterbrechungen) war er dann ein gefeiertes Mitglied der Metropolitan Oper New York. Er sang als erste Partie im Januar 1892 an der Metropolitan Oper den Nelusco in "L'Africaine" von Meyerbeer. Man hörte ihn dort auch als Don Giovanni, als Titelhelden im "Hamlet" von A.Thomas, als Valentin im "Faust" von Gounod, als Escamillo in "Carmen", als Nevers in den "Hugenotten", als Telramund, als Hans Sachs und als Wolfram im "Tannhäuser", insgesamt (in deren New Yorker Haus) während drei Spielzeiten in 79 Vorstellungen von 15 Partien. Nach Frankreich zurückgekehrt, sang er noch während einiger Jahre in Paris, widmete sich aber seit 1901 der Lehrtätigkeit und erhielt 1903 eine Professur am Conservatoire National de Paris. Jean Lassale galt als einer der bedeutendsten Baritonisten seiner Epoche, der immer wieder mit seinem Vorgänger, dem berühmten Jean-Baptiste Faure verglichen wurde, für dessen legitimen Nachfolger man ihn hielt. In der Eleganz seines Vortrags erwies er sich als ein Künstler in der Art der beiden Brüder Jean und Édouard de Reszke, mit denen ihn eine persönliche Freundschaft verband. -- Sein Sohn Robert Lassalle (*etwa 1885) wurde ein bekannter Tenor, der durch seinen Vater und durch J.Isnardon ausgebildet wurde. 1910 sang er bereits an der Oper von Boston den Faust in "Mefistofele" von Boito (USA-Debüt). 1911 debütierte er an der Grand Opéra Paris als Herzog im "Rigoletto". Dort sang er regelmäßig bis 1914, u.a. den Roméo in "Roméo et Juliette" von Gounod, den Nicias in "Thaïs" von Massenet, den Samson in "Samson et Dalia" von Saint-Saëns, den Lohengrin und den Narraboth in "Salome" von R.Strauss. 1919 gastierte er am Teatro Real Madrid. Er sang auf Pathé-Platten den Fernando in "La Favorita" und den Herzog im "Rigoletto" (1912). Auf der gleichen Marke hatte sein Vater Jean Lasselle bereits 1902-03 23 Zylinder aufgenommen, darunter Arien aus "Ascanio", "Le Roi de Lahore" und "Polyeucte", also Opern, die er kreiert hatte. |
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