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Baker Janet
mezzosoprano

Sie verbrachte ihre Jugend in Grimsby, wo sie bereits als Amateur sang. Die Ausbildung ihrer Stimme erfolgte durch Helene Isepp und Meriel St. Clair in London. 1956 gewann sie den Kathleen Ferrier-Preis und konnte ihre Studien am Salzburger Mozarteum abschließen. 1959 gewann sie den Queen's Prize an der Royal Academy of Music in London. Bereits während ihres Studiums hatte sie 1956 im Oxford University Club die Rosa in Smetanas 'Das Geheimnis' und 1958 in einer Vorstellung im Morley College die Titelrolle im 'Orpheus' von Gluck gesungen. 1960 hatte die Künstlerin ihre ersten großen Erfolge bei Konzerten in London und im Rahmen der Festspiele von Edinburgh. 1961 feierte man sie in Berlin und Kopenhagen als Bach-Interpretin. 1961 sang sie das Solo in der 2. Sinfonie von Gustav Mahler bei den Edinburgher Festspielen unter Otto Klemperer. 1963 bewunderte man sie bei Konzerten in Zürich, Stockholm und Oslo. Die Künstlerin galt bald als die bedeutendste englische Oratorienaltistin ihrer Generation. In Brüssel, Paris, Barcelona und Wien sowie in den deutschen Großstädten eilte sie von Erfolg zu Erfolg; glanzvolle Konzerttourneen unternahm sie durch Nordamerika. Später erschien sie dann auch auf der Opernbühne. Bereits 1959 hatte sie bei der Handel Opera Society die Edvige in Händels 'Rodelinda' als Partnerin von Joan Sutherland gesungen. 1966 sang sie dort in Händels Oper 'Orlando'. 1961-76 hörte man sie häufig bei der English Opera Group (Dido in 'Dido and Aeneas' von Purcell, Nancy in 'Albert Herring', Kate in 'Owen Wingrave' von Britten). Bei der Scottish Opera Glasgow gastierte sie u.a. als Dorabella, als Octavian und als Komponist in 'Ariadne auf Naxos' von R.Strauss. 1966 trat sie erstmalig an der Londoner Covent Garden Oper auf, und zwar als Hermia in B.Brittens 'A Midsummer Night's Dream', 1970 als Dido in 'Les Troyens' von Berlioz, 1974 als Vitellia in 'La clemenza di Tito' von Mozart. 1976 sang sie an der Covent Garden Oper die Cressida in 'Troilus and Cressida' von W.Walton, die dieser für sie als Alt-Partie umgeschrieben hatte. Beim Glyndebourne Festival gastierte sie 1966 als Dido in 'Dido and Aeneas' von Purcell, 1972 und 1973 als Penelope in Monteverdis 'Il ritorno d'Ulisse in patria' sowie 1970-71 als Diana in 'La Calisto' von Cavalli. Ihr Bühnenrepertoire umfaßte zahlreiche Partien aus Barock-Opern und aus Opernwerken von R.Wagner, Mozart, Berlioz, R.Strauss und Benjamin Britten, dazu die Charlotte in 'Werther' von Massenet und die Elisabetta in 'Maria Stuarda' von Donizetti. Fast alljährlich sang sie bei den Festspielen von Glyndebourne und Edinburgh (hier u.a. Partien in Opern von Berlioz). 1973 gab sie ein Konzert im Rahmen der Salzburger Festspiele. 1975 sang sie die Titelpartie in der szenischen Kantate 'Phaedra', die Benjamin Britten für sie komponiert hatte. 1982 beendete sie ihre Bühnenkarriere; als letzte Partie sang sie an der Covent Garden Oper wie bei den Festspielen von Glyndebourne den Orpheus von Gluck; sie übernahm diese Partie nochmals 1988 in einer konzertanten Aufführung des Werks in New York. 1989 gab sie auch ihre Konzertkarriere auf. Durch Königin Elizabeth II. wurde sie 1976 als Dame of the British Empire in den Adelsstand erhoben. Die Altstimme der Künstlerin, die immer wieder mit der der großen Kathleen Ferrier verglichen worden ist, zeichnet sich durch ihre Tonfülle ebenso aus wie durch die Wärme ihres Timbres und durch ihre mustergültige Interpretationskunst. Ihr Konzertrepertoire war sehr reichhaltig, doch schätzte man sie vor allem als Monteverdi-, Händel- und Bach-Sängerin und als Interpretin des deutschen Kunstliedes. Sie veröffentlichte ihre Memoiren unter dem Titel 'Full Circle' (London, 1982). Lit.: A.Blyss: 'Janet Baker' (London, 1973). Schallplatten: Eine Aufnahme auf Saga, sehr viele HMV- und Decca-Platten ('Dido and Aeneas' von Purcell, 'La Callisto' von Pier Francesco Cavalli, Mozart-Requiem, 'I Capuleti ed i Montecchi' von Bellini, 'Maria Stuarda', 'Hippolyte et Aricie' von Rameau, 'Giulio Cesare' von Händel, Schubert-Lieder, 'The Rape of Lucretia' und 'Owen Wingrave' von Benjamin Britten), auf DGG (u.a. Duette mit Dietrich Fischer-Dieskau, 'Judas Maccabäus' von Händel), Philips ('Ariodante' von Händel, Christ' von Berlioz), RCA (Verdi-Requiem) und Erato (Titelfigur in Glucks 'Orpheus', 'Phaedra' von B.Britten) und Hyperion (Lieder von Schubert, Gustav Mahler und Gabriel Fauré).

 

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